pfeifen


pfeifen
pfeifen:
Das westgerm. Verb mhd. pfīfen, mnd. pīpen (s. u.), niederl. pijpen, engl. to pipe ist aus lat. pipare »piepen« entlehnt (vgl. den Artikel Pfeife).
Das lat. Verb ist – wie z. B. auch griech. pip‹p›ízein »piepen« – lautmalenden Ursprungs und ahmt besonders den Laut junger Vögel nach. Mnd. pīpen (vgl. niederl. piepen, engl. to peep) braucht nicht aus lat. pipare entlehnt zu sein, sondern kann damit auch ‹elementar›verwandt sein, beachte das seit dem 17. Jh. bezeugte »piep!«, das den Laut von Mäusen und Vögeln nachahmt (vgl. den Artikel piepen). – Das zusammengesetzte Verb anpfeifen, das neben der Verwendung im Sinne von »(ein Spiel) durch einen Pfiff beginnen lassen« in der Umgangssprache auch in der Bedeutung »derb zurechtweisen« gebräuchlich ist, bedeutete zunächst »jemandem durch Pfeifen seine Missachtung ausdrücken« (so bei Luther), beachte dazu das Substantiv Anpfiff. – Das Präfixverb verpfeifen »verraten« (19. Jh.) stellt sich zu gaunersprachl. pfeifen mit der Bedeutung »ein Geständnis ablegen, aussagen, eingestehen«. Vgl. auch den Artikel Pfiff.

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Pfeifen — ist das Erzeugen von Tönen mithilfe von Luft, die schnell durch einen Hohlraum mit kleiner Öffnung strömt und dort Turbulenzen erzeugt. Der Mensch kann mit verschiedenen Methoden aus seinem Mund Pfeiftöne hervorbringen, die er zur musikalischen… …   Deutsch Wikipedia

  • pfeifen — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Pfeife • Pfiff Bsp.: • Der Pfiff des Schiedsrichters unterbrach das Spiel. • Peter kann pfeifen …   Deutsch Wörterbuch

  • pfeifen — V. (Mittelstufe) Luft so zwischen den Lippen durchblasen, dass ein Ton entsteht Beispiele: Er hat nach seinem Hund gepfiffen. Er pfiff ein Lied vor sich hin. pfeifen V. (Aufbaustufe) ugs.: jmdm. ein Geheimnis verraten Beispiel: Er hat ihm nichts… …   Extremes Deutsch

  • Pfeifen — Pfeifen, 1) Hervorbringen eines Tones, in Art von Pfeisinstrumenten, durch einfache Verengung der Lippen. Blos der Mensch ist hierzu durch die Bildsamkeit u. Feinheit seiner Lippen organisirt Indem durch schwächere od. stärkere Zusammenziehung… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Pfeifen — Pfeifen, die Erzeugung von Tönen durch Anblasen der Mundhöhle bei Bildung einer von den Lippen begrenzten Enge. Die Höhe der hervorgebrachten Töne hängt weniger von der Weite dieser Öffnung ab als von der Weite des Mundraumes. Indem diese… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • pfeifen — Vst. std. (11. Jh.), mhd. pfīfen, ahd. pfīfōn, mndd. pipen, mndl. pipen. Die schwache Flexion ist bei diesem Verb älter als die starke. Entlehnung aus l. pipāre gleicher Bedeutung ist denkbar; doch kann es auch sein, daß die lautmalende… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • pfeifen — quieken; piepen; piepsen; quietschen; fiepsen (umgangssprachlich) * * * pfei|fen [ pf̮ai̮fn̩], pfiff, gepfiffen: 1. a) <itr.; hat einen Pfeifton hervorbringen: laut, leise pfeifen; er pfiff, um auf sich aufmerksam zu machen; ein pfeifender… …   Universal-Lexikon

  • Pfeifen — 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist leicht zu pfeifen, der Lust zu tanzen hat. – Parömiakon, 1501. Bei Tunnicius (57, 602): Êm is lichte genôch gepepen de gêrne danset. (Non …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Pfeifen (2) — 2. Pfeifen, verb. irreg. Imperf. ich pfiff, Partic. gepfiffen. Es ist in doppelter Gestalt üblich. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1) Denjenigen hellen Laut von sich geben, welchen dieses Zeitwort nachahmet und ausdrucket, wo es in… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • pfeifen — Der pfeift nicht mehr lange: der lebt nicht mehr lang; in verwandtem Sinne: Er pfeift auf dem letzten Loch (⇨ Loch).{{ppd}}    Einen pfeifen: einen Branntwein trinken. Die Wendung ist vorwiegend in niederen gesellschaftlichen Kreisen üblich und… …   Das Wörterbuch der Idiome